Rezepte für das erste Lebensjahr

Alles gute zum Geburtstag…

Diese Rezeptübersicht ist eine kleine Sammlung an Gebäcken, die ich unserer Tochter in ihrem ersten Lebensjahr gebacken habe. Ich werde auch weiterhin für Sie die unterschiedlichsten Gebäcke backen, aber nicht alles hier verbloggen – wer für seine Kleinsten neue Inspirationen sucht, kann mich dazu gerne anschreiben und sich weitere Rezepte geben lassen.

Warum ich auf Salz verzichtet habe? Weil der Salzhaushalt im Selbstgebackenen durch mich/ durch uns steuerbar und kontrollierbar ist. Den Salzgehalt in den anderen Lebensmitteln können wir nur durch Verzicht oder Einschränkung steuern – und da unsere Tochter eine Vorliebe für bestimmte Sorten Frischkäse hat, entscheiden wir uns lieber dafür, den Salzgehalt im Gebäck SEHR klein zu halten und ihrem intuitiven, noch nicht negativ sozialisierten Appetitgefühl Raum zu geben.

Die Ernährung oder Erziehung oder Umsorgung unserer Kleinsten stößt generationsübergreifend oder familienübergreifend immer auf Unterschiede, Diskussionen, „Rat“-Schläge und anderen interessanten Anregungen – leben und leben lassen…backen und backen lassen. Jede*r hat seine eigenen Erfahrungen, Meinungen, Ansichten, Stile, Vorstellungen – dadurch sollten sich junge Eltern/ Eltern des ersten Kindes nicht irritieren oder beeinflussen lassen. Authentizität, Selbstbewusstsein und Standhaftigkeit sind Tugenden, die unseren Kindern viel positives lehren können :0)

Mit dieser kleinen Sammlung sage ich dem ersten Lebensjahr unserer Tochter „Es war schön und anstrengend mit dir. Du hast uns viel gelehrt, uns glücklich gemacht, uns gefordert und gefördert, uns Nächte geraubt und uns vollständig gemacht. Wir freuen uns auf die nächsten Jahre!“

Anmerkung: Wer ein salzfreies Brot-Rezept sucht, das sowohl im Kaste wie auch freigeschoben funktioniert, wird hier fündig > Pane per tipo di prato (Baby-geeignet)

 

Sauerteig-Waffeln mit Erdmandelmehl:

Das Mehl aus der Erdmandel (auch als Tigernuss bekannt) ist von Natur aus auffallend süß und nussig im Geschmack, so dass es anteilig als Mehl im Rezept eine hervorragende Süße gibt. Ergänzend kommen in diesem Waffelrezept noch alte Anstellgutreste vom süßen Sauerteig. Wer keinen hat oder nicht extra ziehen will, nimmt einfach festes Anstellgut als Ersatz. Der geringe Zuckeranteil im süßen Sauerteig wird durch Fermentationsprozesse während der Reifung verstoffwechselt und unterdrückt Säurebildner im Sauerteig, so dass ein süßlich-blumiger Geschmack spürbar ist. Ein kleiner Anteil Hartweizen sorgt für ein angenehm buttrig-zimtigen Ton.

Hauptteig: 30 Minuten, Raumtemp.

  • 80 g süßer Sauerteig
  • 400 g (Pflanzen-)Milch
  • 200 g Dinkelmehl Typ 630
  • 50 g Hartweizenmehl
  • 75 g Erdmandelmehl
  • 2 Eier (Größe M)
  • 60 g Rapsöl
  • Etwas Vanille
  • (für dunkle Waffeln: 1 Esslöffel Kakao oder 2 Esslöffel Carob)

Den Sauerteig in der (Pflanzen-)Milch einrühren und mit den restlichen Zutaten zu einem glatten, zähfließenden Teig auskneten.

Den Teig abgedeckt 15 bis 30 Minuten ruhen lassen und derweil ein Waffeleisen vorbereiten.

Die Waffeln nach und nach abbacken und mit Bananenmus, Mandelmus, Haselnussmus, Apfelmark oder sonstigen saisonalen Fruchtmusen servieren.

Pizza

Ein solides Grundrezept für eine sagenhaft kross-saftig-lockere Pizza. Unsere Tochter liebt sie, vor allem belegt mit Tomatensauce (Pomodirini Datterini, Olivenöl, Knoblauch – alles mit dem Stabmixer püriert), gegrillter Zucchini, Brokkoli und Mozzarella.

Beim Mehl kann man an und für sich viel variieren. Ich nutze gerne helles Weizenmehl (Tipo 0 orange oder Mailänder Krusties). Aber auch eine Mischung aus hellem Mehl und Vollkornmehl ist denkbar –  oder Dinkel oder Kamut oder Emmer oder höherer Auszugsmehle oder Hartweizen oder………

Gebacken habe ich die Pizzen in unserem gasbetriebenen Pizzaofen, der bis zu 450° C packt.

Das Rezept ergibt 3 kleine Pizzen

Hauptteig: 4 Stunden, Raumtemp. + 12 bis 48 Stunden, Kühlschrank

  • 80 g süßer Sauerteig (alternativ: Lievito Madre / festes Anstellgut)
  • 90 g Wasser
  • 130 g Mehl (siehe Beschreibung oben)
  • 6 g Olivenöl

Den Sauerteig kräftig im Wasser einschlagen und mit den anderen Zutaten auf kleinster Stufe etwa 6 Minuten vermischen und weitere 15 Minuten auf höherer Stufe zu einem glatten, homogenen, geschmeidigen und kaum klebrigen Teig auskneten.

Den  Teig in eine geölte Schüssel/ Teigwanne geben und abgedeckt 4 Stunden bei Raumtemperatur anspringen lassen. Anschließend für weitere 12 bis 48 Stunden im Kühlschrank reifen lassen.

Den Teig auf mit Hartweizenmehl / Hartweizengrieß bemehlter Arbeitsfläche geben, zu drei gleichschweren Teiglingen portionieren und die Teiglinge straff rundschleifen und in eine bemehlter Schüssel (oder Dose) setzen und zwei bis 4 Stunden reifen lassen.

Die Teigkugeln zu Pizzen ausziehen, nach Belieben belegen und bei mindestens 250° C (besser 300° C bis 450° C) abbacken.

Dinkel-Stangen

„Der Knabber-Klassiker“, auf dem die Kleinsten rum kauen können, um das Zahnen zu unterstützen oder die Begleitsymptome zu lindern. Zeitgleich lassen sich diese Stangen bestens für Unterwegs einpacken, da sie nicht kleckern oder schmieren – Krümel sind schneller entfernt ;0)

Ich habe eine süße und eine herzhafte Variante, wobei unser teils fehlgeprägter Erwachsenengaumen kaum etwas wahrnehmen würde. Ein Baby, dass noch keine Geschmackserinnerungen besitzt oder verinnerlicht hat, ist bereits von kleinsten Spuren neuer geschmacklicher Erfahrungen ansprechbar und sensibilisierbar. Von daher kann ein dezenter Einsatz von Gewürzen mitunter große Effekte erzielen.

Das Rezept ergibt je 20 Stangen (oder Kringel)

Süß:

Hauptteig: 60 Minuten, Raumtemp.

  • 120 g festes Anstellgut (alternativ: süßer Sauerteig)
  • 60 g (Dinkel- / Hafer-)Milch
  • 100 g Dinkelmehl Typ 630
  • 40 g Dinkelmehl Vollkorn
  • 30 g Erdmandelmehl
  • 30 g Kokosöl
  • 30 g Rapsöl
  • 0,75 g Kardamom, gemahlen
  • 1 g Zimt
  • 0,25 g Vanille, gemahlen

 

Herzhaft

Hauptteig: 60 Minuten, Raumtemp.

  • 100 g Anstellgut (TA 200, z.B. Roggen)
  • 200 g Dinkelmehl Vollkorn
  • 50 g Wasser
  • 50 g Rapsöl
  • 0,3 g Kümmel, gemahlen
  • 0,5 g Koriandersamen, gemahlen
  • 0,5 g Fenchelsamen, gemahlen

 

Die Zubereitung ist bei beiden Varianten identisch: Zuerst wird der Sauerteig in der Flüssigkeit aufgeschlagen und anschließend mit den restlichen Zutaten zu einem glatten, eher festen Teig ausgeknetet. Der Teig wird anschließend abgedeckt ca. 60 bis 90 Minuten ruhen gelassen.

Den Ofen auf 180° C Umluft/ Heißluft heizen.

Dann werden 20 g Teiglinge portioniert und diese zu Stangen oder Kringel geformt und bei konstanter Temperatur ca. 20 bis 25 Minuten abgebacken.

Brötchen

Ein Rezept für kleine, saftig-weiche Brötchen mit einem angenehm-getreidigen Geschmack. Die ideale Voraussetzung, damit auch die Kleinsten Sonntag nicht auf das obligatorische Brötchen verzichten müssen. Etwas Frischkäse auf’s Brötchen und dazu ein hartgekochtes Ei und unsere Tochter ist das glücklichste kleine Wesen der Welt.

Das Rezept ergibt ca. 16 – 18 kleine Brötchen, die sich auch super einfrieren lassen

Hauptteig: 8 bis 10 Stunden, Raumtemp.

Den Sauerteig kräftig im Wasser einrühren und mit den anderen Zutaten auf kleinster Stufe etwa 4 Minuten vermischen und weitere 12 Minuten zu einem glatten, homogenen, weichen und leicht klebrigen Teig auskneten.

Den Teig in eine geölte Schüssel / Teigwanne geben und abgedeckt bei Raumteperatur ca. 8 bis 10 Stunden reifen lassen.

Den Ofen auf 230° C heizen.

Die Arbeitsfläche mit Wasser benetzen und den Teig auf die nasse Fläche geben und mit Wasser absprühen / abstreichen und mit einer Teigkarte ca. 16 – 18 Teiglinge abtrennen. Mit nassen Händen die kleinen Teiglinge etwas in Form schieben, auf eine Backfolie setzen und bei 230° C einschießen.

Den Ofen direkt auf 200° C runterregeln und die Brötchen ca. 12 bis 14 Minuten im Dampf backen.

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2 Gedanken zu “Rezepte für das erste Lebensjahr

  1. Alles Gute nachträglich zum Geburtstag!
    Hier ist es beim Brot genau umgekehrt: Da das Töchterchen am liebsten Nussmus isst, bekommt sie meistens das „normale“ Brot, da wir das Salz beim Aufstrich einspare 😀 Von daher wird wahrscheinlich die Tage das einziges Rezept für Beikostbrötchen in den Blog wandern.
    Aber Waffeln gehen hier auch immer, da landet bei uns auch gerne Süßkartoffel im Teig, damit werden die Waffeln auch erstaunllich süß. Aber die Idee mit dem Erdmandelmehl nehme ich gerne mit!

    1. Vielen Dank 🙂 ab und zu geht auch Mandelmus ganz gut weg, vor allem zu Eierkuchen. Das mit der Süßkartoffel klingt sehr gut 👍

      Frohes Backen weiterhin und liebe Grüße,
      Ben

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