Kleine Möhre (Dinkel-Roggen-Mischbrot mit Schwarzroggen, Ölsaaten, Nüsse, Rosinen und Möhren)

Ein einfaches Brot mit EWIGER Frischhaltung und einem sehr frischen, nussigen Geschmack…

Noch immer ein erlebnisreiches Wochenende im Kopf, sitze ich hier tippend vor der Tastatur und bringe das Rezept auf’s digitale Papier, das ich schon vor knapp 4 Wochen gebacken und für gut befunden hatte. Die letzten beiden Tage durfte ich mit einigen Brot-begeisterten Menschen, unter anderem dem „Brotdoc“ Björn Hollensteiner, aus der FB-Gruppe „Angebacken“ verbringen. Darunter einige sehr angenehme Zeitgenossen mit hohen Schnittmengen und ziemlich ähnlichen Ansichten, Interessen und Neugierden rund um die Themenwelt der (Hobby-)Bäckerei. Es mag vielleicht aus einer Außenperspektive etwas „nerdig“ und seltsam anmuten, wenn 25 erwachsene Menschen in eine Teigschüssel gucken oder stundenlang über Mehle reden können, aber der Austausch unter Gleichinteressierten ist so unglaublich befruchtend, wertvoll, positiv und erhellend, dass man gar nicht oft genug in den gemeinsamen Austausch gehen kann und die reale Form des Vernetzens in LIVE und in Farbe bei sich bietender Gelegenheit nutzen sollte. Backkurse, Backtreffen, Backhausvereine, ortsansässige Bäcker – so viele Möglichkeiten des interessanten Austauschs…

Zurück zum Rezept :0) Bei diesem Rezept kamen erstmalig meine neuen Kastenformen zum Einsatz. Zwar „nur“ 500-g-Formen, aber erstklassige Profiqualität. Kein Einfetten oder Auskleiden mehr notwendig (was die Arbeit enorm erleichtert) und mit einer äußerst resistenten Teflonschicht, die auch bis zu 290° C belastbar ist – also ideal für den Hausgebrauch. Ich bekomme zeitgleich 8 kleine Formen rein und kann somit knapp 5 kg Teig mit einmal wegbacken. Also beste Hitzelast-Ausnutzung und ideal für das Backen auf Vorrat.

Das Brot bekommt durch einen hohen Anteil an geraspelten Möhren und etwas Rosinen eine äußerst angenehme Frische und Süße, die sich ideal mit der Nussigkeit vom Dinkel verträgt. Als aromatisches Gegengewicht kommt etwas Roggen und Schwarzroggen (= vermahlene Schalenbestandteile vom Roggen….“Roggen-Kleie“) ins Brot, der mit erdigen und kräftigeren, leicht herben Noten dem Brot mehr Raum gibt. Altes Anstellgut und etwas Apfelessig bringen eine aromatische Säure rein, die bei dem hohen Möhren-Anteil auch absolut notwendig ist. Der Teig wird (wie schon beim Dinkel-Roggen-Apfel-Nuss-Brot)am Abend lediglich zusammengerührt, kurz gehen gelassen, in eine Form gepackt und ab in den Kühlschrank damit. Nach 10 bis 24 Stunden kann dann das Brot gebacken werden.

Genussbeschreibung:
Eine olfaktorische Komposition aus gerösteter Haselnuss, Sesam und würziger Süße lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Und wer den ersten Bissen erstmal im Mund hat und diesen süßlichen, fruchtigen, mild-buttrigen und durch und durch nussigen Geschmack in sich aufnimmt, wird das Brot Scheibe um Scheibe schmälern. Die cremig-helle Krume zeigt sich weich, leicht ballend und mit einem ganz zarten Schmelz, der perfekt mit der robusten, festen nussig-würzigen Kruste harmoniert. Dieses Brot ist ein absoluter Favorit auf dem Frühstückstisch für fruchtige Aufstriche, säuerlichem Frischkäse und mild-nussigen Käsesorten.

Das Rezept ist ausgelegt auf 2 Kastenformen á 500 g (oder eine 1-kg-Form)

Hauptteig: 2 Stunden, Raumtemp. + 10 bis 24 Stunden, Kühlschrank

  • 500 g Dinkelmehl Typ 630
  • 175 g Roggenmehl Typ 1150
  • 75 g Schwarzroggen
  • 50 g Roggen-Anstellgut (alt, aus dem Kühlschrank)
  • 100 g Leinsamen
  • 320 g Möhren (grob geraspelt)
  • 550 g Wasser (ca. 20° C)
  • 15 g Salz
  • 15 g Apfelessig
  • 8 g Hefe

Später:

  • 100 g Studentenfutter mit Rosinen (Nüsse geröstet)
  • 100 g Sonnenblumenkerne (geröstet)
  • 100 g Wasser

Aufstreu/ Topping:

  • Sesam

Zur Vorbereitung aus dem Studentenfutter die Nüsse, Mandeln, Cashews, … sortieren und zusammen mit den Sonnenblumenkernen in einer Pfanne ohne Fett leicht rösten und auskühlen lassen. Die Möhren raspeln.

Für den Hauptteig alle Zutaten auf kleinster Stufe oder mit einem stabilen Löffel einen mittelfesten homogenen Teig herstellen, der nur ganz leicht klebt und geschmeidig wirkt.

Die zusätzlichen Zutaten (Nüsse, Rosinen, Sonnenblumenkerne, Wasser) hinzufügen und mit einem stabilen Löffel einarbeiten, bis der Teig relativ gleichmäßig mit Zutaten gespickt ist.

Den Teig abgedeckt für 2 Stunden gehen lassen. Derweil, wenn nötig, eine Kastenform á 1-kg oder 2 Formen á 500-g fetten und bemehlen oder mit Backpapier auskleiden.

Den Teig mit nassen Händen (halbieren,) in Form bringen und in die Kastenform setzen. Den Teig mit nassen Händen glatt streichen und mit Sesam bestreuen. Den Sesam etwas andrücken.

Den Teig für 10 bis 24 Stunden in den Kühlschrank bei etwa 4° C bis 5° C stellen.

Den Ofen auf 250° C heizen und die Formen direkt aus dem Kühlschrank nehmen, längs einschneiden und bei 250° C mit kräftigem Dampf einschießen und fallend auf 190° C etwa 75 Minuten backen.

Eine super-saftige Krume gespickt mit Nüssen, Möhren, Rosinen, Sonnenblumenkerne und Leinsamen
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Ich erhalte keinerlei monetäre Zuwendung durch die Verlinkung zu oder Nennung von Proukten, Mühlen, Shops, Firmen, Verlagen oder sonstigem. Die Erwähnung selbiger in Beiträgen ist nur als persönliche Erfahrung zu verstehen oder zur Nachverfolgbarkeit der Rezeptur-Zusammensetzung. In der Gestaltung meiner Beiträge, inklusive Texte und Bilder/ Fotos, bleibe ich unabhängig, frei und transparent.

4 Gedanken zu “Kleine Möhre (Dinkel-Roggen-Mischbrot mit Schwarzroggen, Ölsaaten, Nüsse, Rosinen und Möhren)

  1. genau was ich suche – ein brotrezept, das sich ohne knetmaschine herstellen lässt.

    du schwärmst von den backformen – wer stellt diese her?

    danke für die rezepte,

    lg
    ulli

    1. Hallo Ulli, einen Hersteller kann ich dir gar nicht genau nennen…aber einen Vertreiber :0)
      Im Online-Shop der Braaker-Mühle werden die Formen angeboten.

      Beste Grüße aus Lüneburg,
      Ben

  2. Das Rezept hört sich ganz toll an…nur habe ich keinen Schwarz-Roggen. Durch was könnte ich diesen ersetzen?
    Dieses nussig-saftige ist total mein Ding😍…
    Viele Grüße von einer Hobby-bäckerin…

    Andrea

    1. Hallo Andrea, den Schwarzroggen kannst du durch Roggenvollkornmehl “ersetzen”. Schwarzroggen ist ein Mehl aus vermahlenem Roggen-Nachmehl (hohe Menge Schalenbestandteile). Du kannst auch das Roggenmehl 1150 mit Vollkorn ersetzen und bekommst so in etwa von Wasserbindung und kräftigem Aroma ein ähnliches Ergebnis wie im Rezept hin.

      Beste Grüße und frohes Backen, Ben

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