Sauerteig-Linsen-Chips

Ein einfaches Rezept, um die glutenfreien Sauerteigreste zu verwerten und zeitgleich einen Snack zu erzeugen, der deutlich mehr Nährwerte und weniger schlechtes Gewissen als die klassischen Chips beim Fernseh-Abend liefert ;0)

Dieses Rezept erinnert ein wenig an das Papadams-Rezept, bei dem ich meine Mockmill 100 erstmalig getestet habe. Auch hier verwende ich geröstete Gewürzsamen, die ich direkt mit den Linsen mahle. Dieses würzige Mehl wird einfach mit etwas Sauerteig verknetet, ruht etwas und wird dann direkt verarbeitet und gebacken.

Bei den Gewürzen kann man etwas variieren und das verwenden, was man selber gerne mag – Kardamom, Senfsamen, Koriander, Fenchel, Anis, Muskat, Kümmel, Zimt, Pfeffer, Harissa, Chili, Sumach, Zhatar, Bockshornklee, Schabzigerklee, Paprika, … der Kreativität stehen hier alle Türen offen.

Genussbeschreibung:
Eine indische Gewürz-Oase erfüllt die Nase, die uns in olfaktorische Vorahnungen von würzigen Aromen mit dezenter Schärfe gleiten lässt. Und genau dahin gleitet auch der Geschmack: würzig, zart-pfeffrig, ausgewogener Wechsel aus Schärfe, herber Süße, erdigen Grundtönen und ätherischen Noten. Sehr knusprig, mit guten Nährwerten und ewig haltbar, sind diese Chips sowohl für den gemütlichen Fernseh-Abend wie auch als interessanter Wegverzehr bei einer Wanderung geeignet.

Gewürz-Mischung:

  • 0,3 g Kreuzkümmel/ Cumin
  • 0,5 g Bockshornklee-Samen
  • 0,5 g Koriander-Samen
  • 0,4 g braune Senfsamen
  • 0,2 g Kardamom
  • 0,2 g schwarzer Pfeffer

Hauptteig: 30 – 240 Minuten, Raumtemp.

  • 100 g Linsen, z.B. Berglinsen (zu Mehl gemahlen + etwas mehr zum Aufarbeiten)
  • Gewürzmischung
  • 100 g Sauerteig (alt, aus dem Kühlschrank, TA 200)
  • 2,25 g Salz

Für die Gewürz-Mischung die Gewürze ohne Fett in einer Pfanne rösten, bis sie anfangen zu bräunen und die gesamte Küche mit einem unglaublich-köstlichen Aroma durchzogen ist.

Für den Hauptteig die gerösteten Gewürze zusammen mit den Linsen mahlen (alternativ: Gewürze zerstoßen und zum Linsenmehl geben), das Salz und den Sauerteig hinzufügen und die Zutaten zu einem festen, homogenen Teig verkneten.

Den Teig abgedeckt mindestens 30 bis maximal 240 Minuten gehen lassen. Derweil den Ofen auf 160° C Umluft heizen

Den Teig  nach der Ruhephase auf einer bemehlten Arbeitsfläche (z.B. Linsenmehl oder Maismehl) auf 1mm – 2mm platt walzen und mit einem Messer oder Teigrad Chips beliebiger Größe schneiden und auf ein Backblech (evtl. mit Backpapier) setzen.

Die Chips bei 160° C Umluft ca. 12 – 18 Minuten backen (je nach Größe und Dicke) und die letzten 2 bis 3 Minuten die Ofentür dabei einen Spalt auflassen, um die Restfeuchtigkeit abzulassen. Die Chips sollten leicht gebräunt mit einem goldbraunen Rand sein und sich sehr fest und knusprig anfühlen.

In einer Dose verstaut halten sich die Chips mehrere Wochen bis Monate.

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3 Gedanken zu “Sauerteig-Linsen-Chips

  1. Hallo Ben,
    Ich habe heute die Linsenchips nachgebacken. Ich hatte noch Backfermentansatz im Kühlschrank der ursprünglich aus Weizen hergestellt wurde. Geschmacklich sehr fein, wenn auch etwas außergewöhnlich. Welch ein Duft. Hat was Orienttalisches. . Optisch na ja, da sind noch Verbesserungen gefordert. Ich habe mein Möglichstes getan, diesen störrischen Teig in Form zu bringen. Er hatte doch mehr die Konsistenz eines Mürbteiges. Ich weiß natürlich nicht welche TA mein Anstellgut hatte, jedenfalls war noch Wasser erforderlich. Das Rezept regt aber zum weiteren Experimentieren an. Danke. Wie um alles in der Welt hast du mit einem glutenfreien Anstellgut und mit Linsenmehl ein homogenen Teig hingebracht? Grüße aus Heidelberg Klaus

    1. Hallo Klaus, mein glutenfreies Anstellgut pendelt überwiegend zwischen TA 200 – TA 210.

      Der Teig erinnerte an einen Nudelteig, der von der Dichte, Festigkeit und Viskosität ja sehr nah am Mürbeteig ist. Homogen meint eher einen festen gleichmäßigen Teig ohne Mehlrückstände und ohne Klumpen.

      Der Duft war allerdings beinahe das Beste beim Herstellungsprozess 😉 sowohl das Rösten der Gewürze wie auch das Mahlen waren eine olfaktorische Offenbarung.

      Beste Grüße, Ben

      1. Hallo Ben, deiner Beschreibung des Duftes ist absolut nichts hinzuzufügen. Wir essen sehr gerne indisches Dal, da werden die Gewürze auch angeröstet und mit den Linsen gekocht. Wirklich eine Offenbarung. Dazu einen Basmatireis, Naanbrot und einen Mangolassi, was will man mehr? Nudelteig, ja so war die Konsistenz. Übrigens, etwas durstig machen die Chips aber auch. 🍻😅

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