Papadams (Linsen-Fladen)

Ein simpler, schnell zubereiteter und glutenfreier Klassiker der indischen Küche…

Mit diesem Rezept für knusprige Linsen-Fladen strecke ich meine Fühler in ein neues Gebiet aus – glutenfreies Backen! Glutenfreies Backen als Ergänzung zum sonstigen Backen und nicht als Ersatz.

Nicht irgendwelchen Dogmen wegen. Nicht, weil ich auf Gluten verzichten müsste. Nicht, um Gluten zu dämonisieren. Schlicht und ergreifend aus dem Grund, um die Vielfalt des Backens zu leben, mich neuen Herausforderungen zu stellen und die Palette an Rohstoffen zu erweitern. Es macht auch unglaublich viel Spaß, sich neuen Herausforderungen zuzuwenden und sich fortwährend weiterzuentwickeln.

Diese Papadams legen den ersten Stein in das neue Gefilde „glutenfrei“. Und zeitgleich mit dem neuen Projekt zog ein neuer Unterstützer in die Küche ein: Die Mockmill 100!

Vielen Dank noch einmal an der Stelle an Paul und Wolfgang – und eigentlich dem gesamten Mock-Team – für die Zurverfügungstellung eines gebrauchten aber einwandfreien Gerätes und für die Bemühungen, Entwicklungen und das anhaltende Engagement im Bereich der “Haushalts-Müllerei”.

Die Mockmill 100 (von vielen gelobt und vielseits umschwärmt) reizte mich aufgrund vieler positiver Rezensionen schon länger. Vor allem ihr sehr hoher Feinheitsgrad des Mahlgutes wurde stets hervorgehoben, was mich besonders interessierte. So kam es nun, dass sich auf dem Küchenschrank ein neuer treuer Begleiter dazugesellte: Meine Hawos Oktagon 1 und die Mockmill 100 sind nun dabei, sich anzufreunden – und ich bin begeistert von diesem Zuwachs :0) Sehr feines Mahl-Ergebnis, sehr einfache und benutzerfreundliche Bedienung, die Mühle lässt sich schnell auseinander nehmen und sehr gut reinigen und vor allem ist ihr Preis unschlagbar – eine Haushaltsmühle, die tatsächlich die Haushaltskasse nicht überstrapaziert und die eigene Ernährung positiv unterstützt. Wenn man etwas kritisches anbringen mag, so ist zum einen die starke Erwärmung des Mahlgutes auf kleinster Stufe, was dem sehr feinen Mahlergebnis in relativ kurzer Zeit “geschuldet” ist und zum anderen ist es die Optik und die Haptik der Mühle. Die Mockmill 100 ist aus ARBOBLEND® gefertigt – eine Art “Bio-Kunststoff” aus nachwachsenden Rohstoffen. Ökologisch betrachtet ein absoluter Pluspunkt, optisch und haptisch zwängt sich jedoch der “Kunststoff” durch. Die beige-farbene Optik der Mühle integriert sich bestens in modern-reduzierte und klare Küchen. Holz-Liebhaber*innen könnte der klassische “Holz-Touch” fehlen :0)

Ich habe ein paar Gewürze ohne Fett in einer Eisenpfanne geröstet und direkt mit den Linsen in der Mockmill 100 auf Stufe 1 vermahlen. Das Ergebnis war feinstes Linsenmehl mit einem unglaublich würzigen, ja man könnte sagen „indisch-anmutenden“ Aroma. Ein haptisches, optisches und olfaktorisches Genusserlebnis, wie ich es bisher selten beim Mahlen hatte. Und da man sowohl mit der Linsen-Sorte, wie auch mit den eingesetzten Gewürzen individuell spielen kann, bekommt man aus einem relativ simplen Grundrezept unendliche Variationen.

Beim Wasser muss man sich rantasten, da jede Linsen-Sorte das Wasser anders aufnimmt. Ziel ist ein sehr fester, an Ton erinnernder, geschmeidiger Teig. Der Teig ist schnell hergestellt und kann direkt aufgearbeitet und in der Pfanne ohne Fett gebacken werden. Das Rezept ermöglicht auch einen schnellen und interessanten Snack für den Abend auf der Couch, ohne schlechtes Gewissen ;0)

Genussbeschreibung:
Würzige, dezent-süße und ätherische Noten von Kreuzkümmel, Kardamom und Koriander lassen in der Nase Erinnerungen an eine aromenreiche indische Küche wach werden. Im Geschmack zeigt sich eine gewisse hintergründige Schärfe und ein sanft-beißendes Aroma aus brauner Senfsaat und Bockshornkleesamen. Die ganze aromenreiche Palette an Gewürzen wird durch den ausgewogenen Linsen-Geschmack der Berglinsen und von Röst-Noten abgerundet und ergeben ein Gebäck, das bestens mit sämigen Currys, fruchtig-pikanten Joghurt-Dips oder als bloßer Knabber-Snack harmoniert.

Das Grund-Rezept ergibt ca. 12 – 14 Papadams á 12 cm Durchmesser

Hauptteig:

  • 1 g Cumin/ Kreuzkümmel (ganz, geröstet)
  • 1 g Bockshornkleesamen (ganz, geröstet)
  • 1 g Koriandersamen (ganz, geröstet)
  • 0,6 g braune Senfsamen (ganz, geröstet)
  • 0,5 g Kardamomsaat (ganz, geröstet)
  • 200 g Linsen (ich: Berglinsen)
  • 70 g Wasser
  • 3 g Salz

+ etwas Linsen-Mehl für die Arbeitsfläche

Für den Hauptteig die Gewürze rösten und zusammen mit den Linsen fein mahlen. Salz und Wasser hinzufügen und erst mit einem stabilen Löffel vermischen und anschließend mit den Händen zu einem festen geschmeidigen Teig kneten, der ein wenig an Knete oder Ton erinnert.

Den Teig auf gut bemehlter Arbeitsfläche mit einem Rollholz sehr flach ausrollen und mit Hilfe eines Ausstechers oder einer Schüssel (ich habe eine kleine Schüssel mit 12 cm Durchmesser genommen) Teigfladen ausstechen.

Ein Pfanne auf mittelhohe Hitze (bei mir Stufe 7 von 9) bringen und die Papadams nach und nach in der Pfanne ohne Fett ausbacken – von jeder Seite ca. 3 bis 5 Minuten.

Ich erhalte keinerlei monetäre Zuwendung durch die Verlinkung zu oder Nennung von Produkten, Mühlen, Shops, Firmen, Verlagen oder Sonstigem. Die Erwähnung selbiger in Beiträgen ist nur als persönliche Erfahrung zu verstehen oder zur Nachverfolgbarkeit der Rezeptur-Zusammensetzung. In der Gestaltung meiner Beiträge, inklusive Texte und Bilder/ Fotos, bleibe ich unabhängig, frei und transparent.

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5 Gedanken zu “Papadams (Linsen-Fladen)

  1. Wenn man nur gelegentlich Reis oder Linsen mahlt, reicht eine simple Mühle mit Schlagwerk oder mit Mahlwerk völlig. Man muss nur darauf achten, dass man nicht auf einen “Schlag” eine größere Menge mahlen kann, da solche Geräte gerne mal überhitzen.
    Der Teig ist grundsätzlich in Ordnung, jedoch fehlt Natron (oder noch besser Papad Khar). Auf die Menge Mehl würde ich 2-3 Teelöffel empfehlen.
    Ganz wichtig. Die Papadam müssen vor der Verwendung im Haus mindestens 2 Tage vollständig trocknen. Man kann den Trocknungsprozess natürlich verkürzen (Sonne oder Heizkörper). Die Papadams bereitet man entweder in heißem Fett oder besser in der Mikrowelle zu. Empfehlen kann ich auch Reispapadams.

      1. Nichts zu danken.
        Hier noch ein schnelles Rezept zu Reispapadams.
        In einen Behälter mit Deckel, der mikrowellengeeignet ist, 1 Tasse Reismehl
        zu 1 1/2 Tassen Wasser geben. Dazu je 1/2 Tl. Natron, Salz und Kreuzkümmel (ganz), und nach Belieben andere Gewürze nach Wahl, z.B. Ajwan, grünen oder roten Chilli (frisch oder getrocknet), Knoblauch, normalen Kümmel usw. Meiner Meinung nach sollte man bei der Anzahl der verschiedenen Gewürze nicht übertreiben, sonst schmeckt man nichts mehr besonders heraus (wie beim Pizzabelag :))
        Alles gut durchrühren und mit Deckel in die Mikrowelle geben. Bei ca. 75 % Leistung erhitzen. Alle 2 Min. durchrühren und die Teigkonsistenz beobachten. Der Teig ist fertiggekocht, wenn sich die Farbe des Teiges vollständig geändert hat (dunklere Farbe). Bei meiner Mikrowelle dauert der ganze Vorgang zwischen 6 und 7 Minuten. Bei der Dauer kommt es natürlich auf die Leistung der Mikrowelle und die Größe der Tasse an ( meine Tasse fasst ca. 120 g Wasser).
        Wenn der Teig fertig ist, heiß in den Standmixer geben und den Teig mit dem Rührhaken so lange bearbeiten lassen (Stufe 2 bis 3), bis der Teig handwarm oder auch ganz abgekühlt ist. Vom Teig ca. 25 g abnehmen und auf die Größe einer Untertasse ausrollen. Wenn der Teig klebrig sein sollte, kann man ihn auch zwischen zwei Kunststofffolien ausrollen oder etwas einölen).
        Die Teigfladen ca. 2 Tage vollständig trocknen lassen. Dann entweder in Öl ausbacken oder ganz schnell und ohne Fett auf höchster Stufe in der Mikrowelle. Achtung: nicht verbrennen lassen. Bei meiner Mikrowelle ist ein Papadam nach ca. 30 Sekunden fertig. Am Besten nach 15 Sekunden wenden!
        Diejenigen, die keine Mühle haben, können den Reis auch über Nacht im Verhältnis 1:1 in Wasser einweichen und ihn im Mixer zu einer Creme verarbeiten. Mit der Creme wie mit dem Reismehl verfahren, wobei man natürlich nur noch 1/2 Teil Wasser dazugeben muss mit dem man gleich auch noch vorher den Mixbecher ausspülen kann.
        Ich verwende zur Herstellung meiner Papadamfladen eine Teigpresse, die ich aus Buchenholz nach dieser Anleitung gebaut habe (Materialkosten ca. 13 €)
        https://www.youtube.com/watch?v=QKnub0vj9X8
        Verbesserung meinerseits: Zwischen den Brettern habe ich einen gleichmäßigen Abstand in der Stärke einer Unterlegscheibe eingehalten, den ich dadurch erreicht habe, dass ich vor Montage der Scharniere jeweils 2 Unterlegscheiben im Bereich der Scharniere untergelegt habe. Die Schrauben, die das Querholz halten, habe ich von unten eingeschraubt und in der Dicke der Unterlegscheiben überstehen lassen. Somit erreicht man einen gleichmäßigen dicken Fladen.

        Übrigens habe ich Papadams nach dem gleichen Prinzip aus Linsenmehl hergestellt. Die müssen aber erst noch trocknen, bevor ich Erfolgsmeldung geben kann.

        Gutes Gelingen, schöne Grüße und einen ebensolchen Sonntag. 🙂

        1. Nachtrag: Linsen-Papadams kann man nach dem gleichen Prinzip herstellen. Mein Versuch war also erfolgreich 🙂 Schmecken gleich noch besser als die Reis-Papadams!

  2. Nachtrag: Am besten werden die Papads, wenn man das Mehl vor dem Kochvorgang einige Zeit quellen lässt. 1/2 Stunde oder über Nacht.
    Bisher habe ich mit einer größeren Glasschüssel gearbeitet, die ich mit einenem Teller zugedeckt habe.
    Aktuell verwende ich einen Mikrowellentopf in der passenden Größe. Ich habe die Wassermenge heruntergefahren auf das Verhältnis 1:1.
    Heute hat der Kochvorgang nur mehr 4 Min. gedauert. Also einfach ausprobieren.

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