Curry-Würstchen im Teig-Sesam-Mantel

Ideen entwickeln sich spontan, gezielt oder als Hybrid beider Möglichkeiten.

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Dieses Rezept ist ein Hybrid – eine spontane Eingebung, die durch gezielte Überlegung initial gezündet wurde. Geht das? Gibt‘s das? Häh?!? Ja! Es geht. Das gibt’s.

Die Überlegung wurde notwendig, weil bei einer betrieblichen Feier ein Buffet aus dem Kollegium beigesteuert werden sollte, zu dem jeder im Idealfall etwas Zubereitetes mitbringt. Aufgefahren wurde das ganze Repertoire an Salaten, Aufstrichen, Desserts und so weiter, das jedes Buffet vielfältig, farbenfroh und weitestgehend gesund bereichert (ja, ein klein wenig Ironie versteckt sich hier, da ein ernährungsphysiologisches und ernährungsbewusstes Leben heutzutage leider häufig sehr vielen Trends, Mainstream-Erkenntnissen und unreflektierten, aufgesaugten Meinungsmanipulationen erliegt). Spezifische Klarstellung: Ich bin kein Gegner sondern eher „Fördermitglied“ begründeter, ernährungswissenschaftlicher, ggf. moderner Erkenntnisse, die unsere Ernährungsmarotten optimieren und korrigieren und die unsere Ernährungsweise in einen bewussten Einklang mit den zu Verfügung stehenden ökologischen Ressourcen bringt. Und eine ausgewogene, nachvollziehbare und verständlich begründete Einstellung zur individuellen Ernährungsweise ist im Vergleich zur unreflektierten „Food-Revolution“ (Esst mehr Blumen!) oder Futter-Verschwendung (Fresst mehr Billig-Schnitzel!) Gold wert. Die Abwechslung und Mischung auf den Speisenplänen der Nationen macht den feinen Unterschied.

Dieses Rezept geht zwar nicht den idealen Weg, der Fleisch und Salat in Balance bringt, aber dennoch ein wenig Abwechslung verbindet. Vollkorn küsst 550, Honig streichelt Sesam, Curry trifft auf Wurst, Fast-Food bewegt sich auf Smart-Food zu und nimmt sich Zeit dabei. Und da ich in vielen Anglizismen eher Profilneurosen und weitere identifikatorischen Störungen moderner Gesellschaftselemente vermute, wird hier aus dem „Finger-Food“ die Kategorie „Faust-Futter“ geboren und die Begriffe wie „Fast-Food“ oder „Smart-Food“ widerrufe ich mit diesem Punkt.

Zurück zum Buffet: Da mir bereits im Vorfeld klar war, was in etwa beigesteuert werden würde, wollte ich einen etwas ungewöhnlicheren Weg gehen. Ich wollte etwas sehr Gewagtes beisteuern – WURST! Und als gebürtiger Brandenburger/ „Rand –Berliner“ kam die Curry-Wurst ins Spiel und letztendlich ins Brötchen. Und da sie ins Brötchen und einen HotDog-ähnlichen Effekt erzielen sollte, nahm ich die sogenannten „Curry-Bockwürste“ zur Hand. Das geröstete Vollkorn-Mehl bringt Röstaromen und farblich-dunkle Nuancen ins Brötchen. Der Honig wird zum interessanten Antagonisten für das geröstete Vollkorn-Mehl und dem etwas herben ungerösteten Sesam. Das besondere Etwas bringt die Wurst in Kombination mit der Curry-Soße und kreiert so ein sättigendes und interessantes Faust-Futter, das super zu Festen oder lockeren Zusammenkünften beigesteuert werden kann.

 

Hauptteig:

  • 70 g Weizenmehl Vollkorn (geröstet)
  • 380 g Weizenmehl 550
  • 55 g Sesam (ungeschält und ungeröstet)
  • 30 g Honig
  • 3 g Hefe (Alternative für Eilige: 6 g Hefe)
  • 9 g Salz
  • 300 g Wasser
  • 30 g Butter (weich – später)

Soße:

  •  3 TL Dijon-Senf
  •  3 TL Creme Fraiche
  • 2 TL Tomatenmark
  • 1,5 TL Curry-Pulver
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 TL Honig

Füllung:

  • Curry-Bockwurst (9 Stücke á 6 cm)

 

Das Vollkornmehl rösten und auskühlen lassen.

Alle Zutaten außer der Butter etwa 4 – 5 Minuten auf kleinster Stufe mischen und anschließend 5 – 8 Minuten auf zweiter Stufe kneten.

Die Butter zum Teig geben und weitere 3 Minuten zu einem mittel-festen Teig kneten.

Den Teig 1 Stunde anspringen lassen und anschließend für 12 Stunden in den Kühlschrank bei ca. 6° C gehen lassen. (Alternative für Eilige: Den Teig 3 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen.)

Den Teig nach 12 Stunden kalter Gare aus dem Kühlschrank nehmen und 60 Minuten bei Raumtemperatur akklimatisieren lassen.

Die Zutaten für die Soße vermischen.

Den Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche geben und in 9 Teiglinge á 97 g teilen.

Die Teiglinge auf bemehlter Arbeitsfläche zu Rechtecken ausziehen, wobei die kürzere Seite ca. 1 cm länger ist, als die einzelnen Wurst-Stücke. Die längere Seite ist etwa doppelt so lang wie die kürzere Seite (7 cm x 14 cm).

Die Teigling-Rechtecke mit der Soße bestreichen, dabei etwas Soße zum späteren Bestreichen übrig lassen.

Die Wurst-Stücke mittig am kürzeren Ende auflegen und den Teig von der kürzeren Seite her aufrollen/ die Wurst quasi einrollen.

Die gefüllten Teiglinge auf Backpapier setzen und mit der restlichen Soße bestreichen.

Die Teiglinge bei 250° C mit Dampf einschießen und fallend auf 220° C etwa 20 – 22 Minuten backen. Dabei nach 10 Minuten den Dampf ablassen und die letzten 3 Minuten die Ofentür einen Spalt öffnen, um den entstehenden Dampf rauszulassen.

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Curry und Wurst umhüllt von knusprig-feinporigem Brötchen
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Faust-Futter vom Feinsten (Es lebe die Alliteration!)
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Curry-Würstchen im Teig-Sesam-Mantel

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